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ISABELLA VON PARMA, GATTIN DES SPÄTEREN KAISERS JOSEPH II. Ein Leben in Verweigerung Über eine Frau die niemals existierte. Kurz vor ihrer Hochzeit mit Joseph, Kronprinz von Österreich-Ungarn, zu der ihr alle Welt gratulierte, verfaßte Isabella einen Aufsatz, der ihre wahren Gefühle, die sie in einigen Briefen an ihre künftige Schwägerin Marie Christine, Josephs Schwester kaschierte, deutlich macht. „Worauf hat die Tochter eines großen Fürsten zu warten? Ihr Schicksal ist unstreitig das unglücklichste. Den Vorurteilen des Volkes schon bei der Geburt ausgesetzt, wird sie zu nichts anderem geboren als dem Plunder von Ehre und Etikette ausgesetzt zu sein, der der Größe und ihrem Stand in der Welt anhaftet – eine Strafe, sobald sie stammeln kann. Ihre Lage beraubt sie der Bekanntschaft mit den Menschen von denen sie umgeben ist, die Gesellschaft. Oft ist die Familie selbst schon betrüblich. Ist sie zahlreich, so setzen sie die Verschiedenheit der Charaktere, die bei Hof sehr häufigen Intrigen täglich der Gefahr aus, verdorben oder unschuldig verstrickt zu werden; ist sie weniger zahlreich, so entschädigt sie die Einigkeit, die regiert, nicht für die Zeit, die sie lästigen Verpflichtungen oder langweiligen Zeremonien widmen muß. Das ist die Situation einer jungen Prinzessin, die selbst in ihrer Familie die Hilfe nicht finden kann, die der letzte Privatmann von seiner kleinen Sippschaft erhält. Verpflichtet, inmitten der großen Welt zu leben, hat sie niemanden, mit dem sie reden kann. Am Ende versucht man sie unterzubringen. Sie wird dazu verdammt, alles zu verlassen, Familie und Land – und für wen? Für einen Unbekannten, einen Menschen dessen Charakter und dessen Art zu denken sie nicht kennt, für eine Familie, die sie vielleicht nur mit Eifersucht betrachtet. Als Opfer einer angeblich wohlwollenden Öffentlichkeit, viel eher aber der unglückseligen Politik eines Ministers, der keinen anderen Weg findet, um die beiden Häuser durch eine Allianz zu verbinden, die er als unlösbar ankündigt…“ Gedanken Isabellas von Parma Im Juni 1763 ist Kronprinzessin Isabella wieder schwanger. Der ganze Hof, das ganze Land ist im Freudentaumel. Alle sind davon überzeugt, daß diesmal alles gut gehen wird und ein Thronerbe zur Welt kommen würde. Nur die werdende Mutter selbst kann sich nicht freuen. An ihre Schwägerin Marie Christine schrieb sie folgende Worte: „ Ich kann sagen, daß eine geheime Stimme den Tod mir ankündigt, und dieser Ausspruch verbreitet eine Sanftmut, eine Weihe in meiner Seele, die ich nicht begreifen und noch weniger ausdrücken kann. Sie ermutigt mich zu allem und verleiht mir eine übernatürliche Kraft über mich selbst. Seit diese Stimmung mich beherrscht, bin ich in einem köstlichen Zustand, und alle Freuden, deren man in der Welt teilhaftig werden möchte, können dem süßen Gefühl, der inneren Befriedigung nicht gleichen, die ich empfinde. „ Anmerkung: 5 Monate später, am 27. November 1763, starb Isabelle von Parma an den Pocken. 5 Tage zuvor hatte sie einer 2. Tochter das Leben geschenkt, welche einige Stunden nach ihrer Geburt starb.
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Ingela Bruner Geboren 1952 in Schweden, Studium an der University of Toronto und der TU Wien, Abschluss als erste Doktorandin in Maschinenbau in Österreich, zuletzt Rektorin der Universität für Bodenkultur, von der sie am 19. Jänner dieses Jahres Abschied nahm. Davor Vorsitzende des Wissenschafts- und Forschungsrates des Landes Salzburg, Forschungsdirektorin bei der OMV und erste geschäftsführende Präsidentin der Donau-Universität Krems. „Ich bringe Menschen Respekt und Achtung entgegen - für das, was sie selber sind und bewegen wollen, nicht für das Amt, das sie bekleiden oder ihre hierarchische Position. Ich hatte das Glück, sehr früh unterschiedliche Kulturen, Weltanschauungen sowie soziale Hintergründe kennen zu lernen. Ich konnte dadurch stets meinen eigenen Standpunkt entwickeln, lernte zu wissen wofür ich selbst stehe, gewissermaßen meine eigene Richtschnur zu entwickeln. Tradierte Wege sind nicht meines, neue Wege zu gehen hat mich immer schon gereizt. Neue Ziele ziehen mich fast schon magnetisch an, begeleitet von einer tiefen Sehnsucht zur positiven Entwicklung unserer Gesellschaft nachhaltig beizutragen. Ich glaube daran, dass jede und jeder die Zukunft formen darf und kann.“
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Wolfgang Buchmann geboren am 30.08.1958 in Wien. Verheiratet seit 1986, zwei Kinder. Liebt seine Familie, kochen, Hausarbeit, lesen (Krimis und esoterische Literatur), die beiden Familienhunde und träumen. Versuche immer, Dich in Dein Gegenüber hineinzudenken! Standardisierung des Abschieds? In meinem Beruf als Hotelportier bin ich täglich mit Abschieden in Form von VERabschiedungen von Gästen konfrontiert. Meine Funktion dabei ist sozusagen eine einstudierte Rolle. Das Abschiedsritual ist teilweise vorgegeben, also auch Standards unterworfen und orientiert sich an der Erwartungshaltung der Gäste. Wie möchte ein Gast verabschiedet werden? Ein Geschäftsreisender, der das Hotel aus Gründen des Komforts zwischen seinen Terminen gewählt hat, würde sich über eine überschwängliche Verabschiedung wundern. Bei Gästen, die ihren Aufenthalt als ein sehr persönliches, privates und positives Erlebnis genossen haben, reflektiert man beim Abschied deren Wehmut über das Ende der schönen Zeit und gibt ihnen die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen und eine Wiederholung des Erlebten. Professionalität in meiner Funktion ist hier Voraussetzung, der Abschied wird gewissermaßen automatisiert und standardisiert. Man fragt sich, ob hier meine Gefühle als „Verabschieder" auf der Strecke bleiben. Nein, denn jede Begegnung mit einem Menschen, und sei sie auch noch so kurz, hinterlässt persönliche Eindrücke, die sich beim Abschied widerspiegeln und Spuren bleiben zurück.
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Doz. Dr. Mag. rer. Nat. Thomas Bugnyar, geboren 1971. Studierte Biologie und Zoologie. Diplom über soziales Lernen von Neuweltprimaten und Promotion über soziale Taktiken beim Nahrungserwerb von Kolkraben . Stipendium an die Universität Vermont. Endgültig Wahl von Kolkraben als Hauptmodellsystem . Erste bahnbrechenden Ergebnisse zur Vogelintelligenz. Internationale und nationale Auszeichnungen (Niko-Tinbergen-Preis, Focus of Excellence der Fakultät für Lebenswissenschaften). Einladung an die renommierte School of Psychology der Universität St Andrews. Co-/Autor von 44 Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften, aktiver Teilnehmer an im Editorial Board der Fachzeitschrift Animal Behaviour. Er habilitierte sich im Juni diese Jahres an der Universität Wien. ‘Raben Politik: Verständnis und Nutzen von Sozialen Beziehungen’ Menschliche und tierische Intelligenz sind zwei Paar Schuhe – möchte man glauben. Jüngste Forschungen zeigen, dass im Tierreich mehrere Gruppen unabhängig voneinander in Gehirnwachstum investiert haben und ihre Vertreter in der Tat Leistungen erbringen, die denen von menschlichen Kindern ähneln. Interessanterweise leben gerade jene Tiergruppen, die sich durch hohe Problemlösekapazitäten auszeichnen, in komplex-strukturierten Gruppen mit verschiedenen Dominanz, Freundschafts- und Verwandtschaftsbeziehungen, was auf einen Zusammenhang zwischen Intelligenzentwicklung und Sozialleben deutet. Raben sind wahre Meister im Einschätzen und Manipulieren von potentiellen Nahrungskonkurrenten. Zudem zeigen sie ausgezeichnete Fähigkeiten im Kommunizieren über Umweltereignisse, Lernen und Kooperieren auf Basis von freundschaftlichen Beziehungen, was sie zu vielversprechenden Kandidaten zur Erforschung von ‘politischen’ Fähigkeiten bei Vögeln macht. Das START Projekt zielt daher darauf ab, herauszufinden, was Raben über andere Individuen und ihre Sozialbeziehungen wissen und wie sie dieses Wissen im täglichen Gebrauch einsetzen. Folglich befassen sich die geplanten Studien mit individuellem Erkennen (wie viele Artgenossen sind möglich und wie lange?) und dem Verständnis für dydische und triadische Beziehungen (wie stehe ich zu anderen und andere zu einander?) bzw. mit dem Entstehen, Regulieren und Nutzen von Freundschaften (wann und mit wem soll ich mich verbünden und wie kann ich eine Freundschaft halten?). Alle Studien beruhen auf einer Kombination aus Labor- und Freilandforschung, indem wir sowohl auf zahme Adulttiere aus unserer Haltung an der Konrad Lorenz Forschungsstelle und ihren jährlichen Nachwuchs zurückgreifen, als auch mit habituierten Wildraben arbeiten. Eine enge Kollaboration mit verschiedenen Experten aus der Primatologie, Psychologie, Kommunikations- und biologischer Konfliktforschung, sowie mit Corviden-Arbeitsgruppen in Europa, Japan und den USA, ermöglicht ein breites Spektrum an Methoden und vergleichende Arbeiten mit nah verwandten Arten. Für diese Informationen und weiterführende Links ist das Burgtheater nicht verantwortlich. Zurück
Dr. med. univ. Tobias Conrad, Arzt für klinische Hypnose, Flugbegleiter, Autor. Privatpraxis für medizinische Hypnose, mentale Coachings, Heiltrance und Musiktherapie. Chefsteward und Mitglied des Special Assistance Kriseninterventionsteams (SAT) der Deutschen Lufthansa. Teamleiter an Bord von Großraumflugzeugen. Publikationen: „Ich flieg dann mal. Praxiswissen und Behandlungsmethoden für die Therapie von Flugangst." Heidelberg, 2008 (Carl Auer). Für diese Informationen und weiterführende Links ist das Burgtheater nicht verantwortlich. Zurück
Cecily Corti, Ausbildung in initiatorischer Therapie, Zen Schulung, Frauenhausmitarbeiterin, Witwe von Axel Corti und Mutter von 3 erwachsenen Kindern. Sie gründete nach einer Begegnung mit Pfarrer Bucher die VinziRast, die sie seither leitet. Die VinziRast ist eine Notschlafstelle für ca. 50 meist alkoholabhängige und psychisch kranke Obdachlose, die ausschließlich aus privaten Spenden finanziert wird.
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Mag. Dr. MSc. Julia Danieczyk, geb. 1972 in Wels, Studium der Theaterwissenschaft/Germanistik in Wien und Bern, wissenschaftliche Mitarbeit am Oberösterreichischen Literaturarchiv in Linz, am Österreichischen Theatermuseum und seit 2001 in der Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus. Theaterkritikerin bei der „Furche", Lehrbeauftragte am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an den Universitäten Wien und Bern sowie am Universitätslehrgang „Library and Information Studies" der Universität Wien. Publikationen zum Österreichischen Theater in der Ersten Republik, zum Gegenwartstheater, Archiv- und Bibliothekswesen.
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In nicht allzu ferner Zukunft wird man bei der medizinischen Untersuchung von Verstorbenen auf Skalpell und Schere verzichten können. Denn die rasanten, technologischen Entwicklungen auf dem Gebiet der medizinischen Bildgebung mittels Computer- und Magnetresonanztomographie ermöglichen den Körper in seine virtuelle maßstabgetreue, dreidimensionale, virtuelle Existenz umzuwandeln. Dies wird zu großen Vorteilen in der medizinischen Ausbildung, der Qualitätskontrolle und den medizinischen Untersuchungen von Todesfällen mit rechtlichen Konsequenzen führen. Auf Wunsch kann dies in den Logengesprächen anhand von Beispielen am Computer demonstriert werden. In der medizinischen Kriminalistik führt dieser technologische Wandel zu einem Gespräch des virtuellen Toten mit dem Sachverständigen. Den Angehörigen des Verstorbenen bleibt Raum und Zeit um Abschied zu nehmen.
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Unsere Welt befindet sich im Umbruch. Vieles wird hinterfragt. In einem unwahrscheinlichen Tempo sind wir quasi gezwungen worden viele unumstößliche Werte zu überdenken, uns von Vielem zu verabschieden. In meiner Rolle als 'Gesundheitsdienstleister' und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit dem Thema, sehe ich uns großen Umwälzungen gegenüber. Die klassische Gegenüberstellung 'Schulmedizin versus Naturheilkunde' wird so nicht mehr haltbar sein. Werte, die noch vor kurzem in der Kategorie Esoterik zu finden und damit 'nicht ernst zu nehmen' waren, werden uns durchdringen, nolens volens in der Gesundheit Einzug halten. Gut so.
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differences in this country made the choice of studying anthropology an evidence. Leaving the « self » to find the « other », the « known » for the « unknown ». I notably lived and worked for several periods with the maya people. Living in France for more than ten years, I try to establish cultural links based on artistic projects between both contries. Mother of one and soon two tri- cultural children living in a recomposed family, I believe in the richness of diversity and movement.
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Könnte man wohl durch einen „kosmischen Tunnel" - ein so genanntes „Wurmloch – reisen? Und was würde bei einem Sturz in ein Schwarzes Loch eigentlich passieren? Unter welchen Umständen kommt es zur "Spaghettifizierung" eines Astronauten? Schon seit 1783 spekuliert die Forschung über „dunkle Sterne", deren Gravitation ausreicht, um Licht gefangen zu halten. Eine direkte Beobachtung gilt nach wie vor als praktisch unmöglich. Ihr heutiger Name, „Schwarze Löcher", weist darauf hin, dass nichts von außen aus gesehen in endlicher Zeit aus ihrer inneren Region austreten kann. Oder doch? Ausgehend von ihrer mehrfach prämierten Arbeit, die sie bereits als 17- jährige Schülerin verfasste, nähert sich die junge Wissenschaftlerin Cornelia Faustmann aus dem Blickwinkel neuester Forschungsergebnisse diesen wohl rätselhaftesten Phänomen des Weltalls. Publikationen: „Einstein entformelt" (Seifert 2007) „Schwarze Löcher. Rätselhafte Phänomene im Weltall" (Seifert 2008)
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Mobilität in der Wissenschaft Fatima Ferreira Mobilität und Flexibilität waren für Wissenschafter schon immer wichtig, denn nur damit kann der geistige Horizont erweitert, andere Denkweisen kennengelernt und neue Entdeckungen gemacht werden. Der Preis dafür ist aber mitunter hoch, denn Familie und Freundeskreis müssen aufgegeben werden, neue Kulturen und soziale Umwelt fordern Anpassung und auf Gewohntes muss verzichtet werden. Ich selbst habe nach meinen Studien in Brasilien zunächst zwei Jahre in Kanada verbracht, bevor mich der wissenschaftliche Zufall nach Wien und dann nach Salzburg verschlagen hat.
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Author’s last choice Die Übernahme literarischer Nachlässe durch Archive stellt einen Übergriff dar. Sie sistiert einen produktiven Prozess, stellt ihn ruhig in den Kategorien und Mechanismen archivarischer Ordnung. Die naturgemäße (Un-)Ordnung eines Lebensvollzugs und die kreative (Un-)Ordnung eines Schreiblebens verwandeln sich in ein Archiv von Materialien und Texten. Leidenschaften wie Ernst Jandls lebenslange Lektüre von Krimis oder das nächtelange Hören von Jazzmusik gerinnen zur Dokumentation dieser Leidenschaften in Form von „Sammlungen". Das Archiv, schreibt Jacques Derrida, „wird niemals das Gedächtnis noch die Anamnese in ihrer spontanen, lebendigen und inneren Erfahrung sein". Aber nur aus dem Archiv heraus entsteht wieder neues Leben, wenn auch aus zweiter Hand, zum Beispiel in Form biographischer Konstruktionen: Was vorher zum Alltag gehörte- Reiseabrechnungen, Kalendernotizen, Werknotizen auf unterschiedlichen Trägern, Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, sofern sie ihren Weg ins Archiv gefunden haben - all dies wird nun erneut, zum zweiten oder wiederholten Male zum Ausdruck von Leben, indem durch biographische Beschreibungen ein neuer narrativer Zusammenhang hergestellt wird: Das Archiv friert einen Prozess ein; und es wird zum Medium eines neuen Prozesses. (...) (...) diese Übernahme war ganz stark von retardierenden, kreisenden, stockenden Momenten gekennzeichnet, wie sie auch die ästhetische Anlage des mit autobiographischem Lebensmaterial arbeitenden Stückes auszeichnen. Es war quasi eine Übernahme im Konjunktiv, denn mir erschien es manchmal als zu aggressiver Akt, der Ratlosigkeit Ernst Jandls, wie wir weitermachen sollten mit unserer Sichtungsarbeit, mit dem profanen Hinweis auf halb geleerte Regale und halb gefüllte Kartons zu begegnen; so verging mancher Spätvormittag unter Konsumierung alkoholischer Mischungen, die Ernst Jandls Putzfrau besorgt hatte (...) Bis es an der Zeit war, einen Tisch für das Mittagessen in einem dann nicht selten fast völlig leeren Lokal zu bestellen. Nach dem Mittagessen ging es dann meist zügiger voran. Publikationen: Ernst Jandl. Musik Rhythmus Radikale Dichtung (2005) Das unmögliche Ganze . Zur literarischen Kritik der Kultur (2009) www.onb.ac.at/sammlungen/litarchiv/bestand/sg/nl/jandl.htm
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„I will discuss how alcohol and drugs influence our brain and can make us depart from reality. How are alcohol and drugs able to do this? The use of alcohol and drugs can be functional. However, there is always a risk becoming addicted to these substances. Once addicted, it is extremely difficult to not to take the substance of abuse. I will also discuss the difficulties to abstain from alcohol and drugs once one is addicted. Departure from addiction is more difficult than departure from reality."
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www.galeriahilariogalguera.com
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Elfriede Hammerl, Kolumnistin bei "profil", mit den Themenschwerpunkten Frauen- und Sozialpolitik. Zuvor Kolumnen in "stern", "Vogue", "Cosmopolitan", "marie claire" und "Kurier". Mitinitiatorin des österreichischen Frauenvolksbegehrens 1997. Lebt in der näheren Umgebung Wiens, Mutter einer Tochter (*1982). Publizistikpreis der Stadt Wien 1999, Frauenpreis der Stadt Wien 2002. Concordiapreis 2003 in der Kategorie Menschenrechte.
Abschied von der Unsterblichkeit Älter werden: Die Zeit wird knapper und kostbarer. Die Wegsstrecke hinter dir immer länger, die Wegstrecke vor dir immer kürzer. Jugend heißt unsterblich sein. Zeit verschwenden können. Das Ende nicht absehbar. So viele Vorhaben, beliebig verschiebbar. Jetzt weißt du plötzlich, es wird sich manches nicht mehr ausgehen. Wie viele Bücher wirst du noch lesen? Wie viele Orte, Länder, Landschaften noch sehen können? Wie oft wirst du dich noch verlieben (ja, auch das), und wirst du wirklich eines Tages noch eine Wohnung in Rom haben? Vielleicht solltest du Abschied nehmen von der Verfügbarkeit. Nicht für alle und alles da sein. Das tun, was dir wirklich wichtig ist. Abschied von der Beliebigkeit: Nie mehr irgendwas mit irgendwem unternehmen. Die Zeit nützen. Verschwendung durchaus, aber wenn, dann als Luxus und mit bewusstem Genuss. Andererseits – warum zum Teufel nicht in den Tag hineinleben, als ginge es ewig so weiter? Warum sich ins Bockshorn jagen lassen? Warum knausern und geizen und berechnen wollen, was ohnehin nicht berechenbar ist? Es gibt keine Universalantwort und keine Patentlösung. Wir können nur darüber reden. Immerhin. Publikationen: zuletzt "Müde bin ich, Känguru", Roman, Deuticke 2006 "Hotel Mama", Deuticke 2007.
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Andreas Hartenthaler-Dallinger, Studium an der Akademie der Bildenden Künste Wien, Leitung WUK, Theater im Künstlerhaus; künstlerische und wirtschaftliche Leitung des Festivals „Wunderbar & Endlich"; Berater des BmUKK und der Stadt Wien in kulturpolitischen Entwicklungsfragen Coach und Organisationsberater u.a. für ÖBB, Voest-Alpine, ORF, Coop-Himmelblau, APA, Caritas; Spezialisierung auf Fragen der Führungsarbeit und Entscheidungsprozesse; Letzte Publikation in: Wandelwörter. Konversationslexikon für Change und Management. Linde International. 2005. DIE BRÜCKE DES INDIANA JONES Abschied, Entscheidung, Zwang und Glaube So wie jeder Abschied eine Entscheidung darstellt, so wohnt allen Entscheidungen ein Abschied inne. Gott sei Dank wird dieser Zusammenhang nicht in allen der rund 20.000 Entscheidungen, die wir pro Tag treffen, wahrgenommen, geschweige denn bedeutsam. Immer wieder aber laufen wir auf Entscheidungen auf, die uns zwingen, innezuhalten und uns zu orientieren. Die klassischen Zugänge Kopf- oder Bauchentscheidung, die dann regelmäßig ins Spiel gebracht und sogar in völlig unsinniger Konkurrenz zueinander empfohlen werden, bewähren sich allenfalls in einfachen Entscheidungszusammenhängen. Bei Entscheidungen größerer persönlicher oder organisatorischer Tragweite, erweisen sich einfache Rezepte aber in der Regel als unbefriedigend. Schon deshalb, weil wir ihnen misstrauen. Die geworfene Münze kann im Alltag ein hilfreicher Schubs sein. Verantwortungsträger aus Politik oder Management, die ihre Handlungen nach Kopf oder Zahl ausrichten, würden zu Recht unser Befremden ernten. Erkenntnisse der Handlungspsychologie und der Neurobiologie haben den Entscheidungsprozess aus dem ermüdenden hin und her zwischen Kopf und Bauch befreit. Zugleich aber haben sie ein hochkomplexes Netz wirkender Faktoren offenbart, das Entscheidungen von gefühlter und/oder tatsächlich hoher Bedeutung noch unüberschaubarer erscheinen lässt. Was sind meine körperlichen Voraussetzungen und wie ist mein physischer Zustand im Zeitraum der Entscheidungsfindung? Wie viel Wissen steht mir über den Entscheidungsgegenstand zur Verfügung? Und warum wird mit jedem Fakt, alles nur noch komplizierter? Was meldet mein Vorbewusstsein? Wie wirkt mein Unterbewusstsein? Und sind das verlässliche Ratgeber? Was werden die anderen sagen? Wie möchte ich wahrgenommen werden? Im Irrgarten der Entscheidungsdimensionen Körper – Geist – Seele - Sozialität, kann man viele Schleifen gehen und wird doch die richtige Entscheidung nicht finden. Denn die Richtigkeit einer Entscheidung erweist sich bestenfalls in der Zukunft. Und nun? Wir landen bei Heinz von Foerster: „Nur die Fragen, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden" In der Praxis der Beratung offenbaren sich sowohl auf organisatorischer, wie individueller Ebene zwei Entscheidungsdeterminanten, denen - kleinsten Teilchen gleich - kein fixer Platz im beschriebenen System zugeordnet werden kann. Zwang und Glaube Wie Irrlichter ziehen sie ihre Spuren durch die Entscheidungsdimensionen. Sie können in sich in nur einer Dimension konzentrieren, oder in allen ebenso gleichzeitig wie nacheinander wirken. Das einzig sichere an ihnen ist ihre Existenz. Zwang und Glaube sind in alle Entscheidungen eingebunden. Manchmal sind sie so klein, dass sie kaum wahrgenommen werden. Aber in den, im Prinzip unentscheidbaren Fragen werden sie zu den entscheidenden Elementen der Entscheidung. In dem Film „The Last Crusade" gelangt der Held Indiana Jones auf der Flucht vor seinen Feinden an einen Abgrund. Was soll er tun? Hinter ihm die meuchelwütige Horde, vor ihm der Sturz in die Tiefe. Tod oder Tod? Indiana Jones’ Kopf glüht. Das rettende Gegenüber ist außer Sprungweite. Keine Hilfsmittel, die ihn auf die andere Seite brächten. Eine rationale Lösung bleibt aus. Der Bauch schreit Angst. Indiana Jones steht immer noch am Abgrund. In ihm die Ahnung, dass es eine Brücke auf die andere Seite gibt. Aber er kann sie nirgendwo sehen. Weggefährten ermutigen ihn. In unserem Helden schrumpft die Situation zum äußersten Zwang. Er muss entscheiden. Und er begegnet dem äußersten Druck mit unendlichem Glauben. Und unter seinem Schritt ins Leere formt sich eine unsichtbare Brücke, die über die Schlucht einen Weg eröffnet. In unsere Gegenwart übertragen: Der Weg aus der Krise wird jener sein, an den wir glauben können. Und der Abschied wird uns leicht fallen. www.ring-of-fire.at
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Hemayat ist ein Wort aus dem arabischen Sprachraum und bedeutet „Betreuung" und „Schutz". Der Verein hat sich seit seiner Gründung 1994 in Wien als Zentrum für medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden etabliert. Nichts ist mehr, wie es vorher war Um ihr Leben zu retten, mussten unsere KlientInnen ihre Heimat als Flüchtlinge verlassen. Dies bedeutet einen oft überstürzten ungeplanten Aufbruch ohne Abschied, und einen Neubeginn in einem Land, von dem sie vorher oft nicht einmal den Namen gekannt haben. Zur erlittenen Traumatisierung durch Folter und Krieg kommt nun zusätzlich die Belastung durch den Verlust der Heimat, der Verwandten, der FreundInnen und des Wertesystems, sowie die Orientierungslosigkeit in fremder Umgebung. Vertrauen in die Welt und in andere Menschen muss oft erst wieder Schritt für Schritt zurück gewonnen werden Die im Krieg oder unter politisch repressiven Verhältnissen erlittenen Traumata wirken oft weit über die Dauer des unmittelbar lebensbedrohlichen Ereignisses hinaus. Psychologisch bedeutet eine Traumatisierung einen tiefen Einbruch, nach dem nichts mehr so ist, wie es vorher war. Das gewohnte Leben, Werthaltungen und Lebenseinstellungen geraten durcheinander. Die Menschen leiden an quälenden Erinnerungen, an Albträumen, sie haben Angst, dass die Ereignisse sich wiederholen könnten, haben extrem nervöse Zustände, sind reizbar und schreckhaft, haben Schlafstörungen, sehr häufig Kopfschmerzen und andere Schmerzzustände. Die Symptome werden so schnell wie möglich durch Behandlung gelindert, damit nach einer unerträglichen Vergangenheit zumindest die Gegenwart wieder erträglich wird. Wir können nicht wieder gut machen, was geschehen ist. Die Verwandten und Freunde, die oft unter schrecklichen Umständen getötet wurden, bleiben tot; die Heimat und damit verbundene soziale Einbettung ist nicht mehr vorhanden. Wir können auf dem Weg der Trauer um all das Verlorene begleiten - und damit zumindest den Blick auf die Zukunft im Exilland Österreich eröffnen. www.neuromed.at/hemayat/
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Abschied vom alten Leben, in dem ich alle Schmerzen und Gefühle, um sie nicht ertragen zu müssen, mit Alkohol "zugeschüttet habe", da ich keine Alternative kannte. Heute weiß ich, dass ich machtlos bin über Leute, Situationen und Dinge, dass ich aber sehr wohl die Wahl und die Chance habe, MICH zu ändern Living in today, jeder Tag ein neuer Anfang, leben nur im 24 Stunden Rahmen. AA steht auch für "altered attitudes".
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Schon heute wissen Viele, dass die Immunstärkung das Wichtigste bei einer Krebsbehandlung ist. Doch in der Schulmedizin wird noch immer die oft schwere Operation und die Chemotherapie eingesetzt. Ich habe mich entschlossen diesen Weg nicht zu gehen, sondern wie meine Großmutter und Mutter mit der Krankheit zu leben und in Frieden mit Schmerztherapie zu sterben www.brigitte-janker.at
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Weinen ist Kommunikation zwischen Menschen und gehört zu unserer Mimik, leider wird es nicht immer so genutzt, da unsere Welt das Weinen oft als Schwäche sieht, und schwach wollen wir uns nicht zeigen. Wenn ein Mensch zu weinen beginnt halten die Anderen inne, es ist ein Signal für die Umwelt "Halt, ich kann nicht mehr". Verwendet es der Weinende nicht manipulativ wird die Umwelt ihm Raum für das Weinen geben, was intuitiv geschieht, alle werden langsamer, die Zeit kann kurz still stehen. Man besinnt sich seiner eigenen Verluste, hört zu und lässt sich berühren. Vor einem anderen Menschen zu weinen kann für den Weinenden sehr erleichternd sein und für den Zuhörenden sehr bereichernd. Im besten Fall fühlt sich der Weinende nach seiner Offenbarung wieder integriert in das Geschehen dieser Welt. Das Weinen ist der erste Schritt zu einer Lösung, es ist der Begleiter in der Zwischenphase des Abschiedes und des Neubeginnes. Weinen hat die reinigende Wirkung das Alte abzuschälen, den Schmerz noch einmal intensiv wahrzunehmen, um die große, fröhliche Kraft eines Neubeginnes willkommen heißen zu können.
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Mag. theol. Wolfgang Kimmel - Theologe - geboren 1968 in Wien. Benediktinermönch (mit 19), Klosteraustritt (mit 24). Journalismus (APA), Politik (Liberales Forum), Abschied von „GOTT" (Kirchenaustritt). Liebe, Beziehungen, Liebe. Emigration New York, Rückkehr (bald danach). Diplomatie (vergebens), Journalismus (profil), Privatwirtschaft (Geld). Aus. An. Gott widerfahren (Kircheneintritt). Priesterseminar, Weihe zum Diakon (bald). An Gott glauben? An welchen? An den „Rachegott" des Alten Testaments? Oder gar an den „christlichen", den man uns in der Kindheit einzuhämmern suchte? Dann doch eher unbestimmt bleiben, ein „höheres Wesen" postulieren – obwohl, so richtig weiter bringt einen das auch nicht. Also die bequeme Lösung. Die Frage wegschieben – so lange es geht, jedenfalls. Bis es unbequem wird im Leben. Meist dann, wenn’s ums Abschiednehmen geht. Abschied von der Jugend, Midlife crisis, Abschied vom Beruf, vom Partner, schließlich vom eigenen Leben. Doch dann taugt er nichts, der Gott in meiner Vorstellung. Naive Vor-Stellungen von Gerechtigkeit, Strafe, Schuld verdunkeln meine Lebensabschiede und -anfänge: Ich habe mich nicht beizeiten von meinem „GOTT" verabschiedet. Das unveränderliche Gottesbild versklavt, verhindert den Aufbruch in die Freiheit. So gesehen haben die Atheisten Recht. Bloß: Kann Gott was dafür, dass du ihn zu deinem Stand-Bild gemacht hast?
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Edelbert Köb, Geboren 1942 in Bregenz, lebt in Wien. Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Malerei und Graphik, Kunsterziehung. Professor an der Akademie der bildenden Künste. Präsident der Wiener Secession. Leiter des Kunsthauses Bregenz. Seit 2002 Direktor des Museums moderner Kunst Stiftung Ludwig. Bildhauer und Konzeptkünstler. Arbeiten im Grenzbereich von Kunst und Design. Einzelausstellungen im In-und Ausland. Kurator nationaler und internationaler Ausstellungen; Herausgeber und Mitautor von Publikationen über Kunst und Architektur.
Abschied assoziieren wir zuerst mit Trennung, verbinden damit Gefühle von Verlust, Trauer, Verletzung, Schmerz oder Niederlage. Muss es so sein? -Abschiede sind immer verschuldet, von einem selbst, von anderen, vom blinden Zufall, vom unbarmherzigen Schicksal. Trotzdem, sind Abschied und Schuld kein untrennbares Begriffspaar? -Abschiede sind unvermeidbar, das Leben ist eine Folge von Abschieden — aber nicht zwangsläufig eine Folge von Tragödien. -Abschiede sind großteils vorhersehbar, berufliche und private, einschließlich des Todes. Es liegt deshalb durchaus in unserer Hand, den Zeitpunkt und die Art zumindest mitzubestimmen. www.mumok.at
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Mag. Gerald Kroneder wurde 1966 in Wien geboren. Studium der Rechtswissenschaften in Wien. Ab 1998 Leitung des Bereiches Umweltrecht der Wiener Umweltschutzabteilung. Mitglied des Unabhängigen Umweltsenats, der als Berufungsbehörde bei Prüfungsverfahren für Umweltverträglichkeit fungiert. Die Themen Umweltschutz und nachhaltige Nutzung von Ressourcen traten erst vor wenigen Jahrzehnten in den Blickpunkt einer breiteren Öffentlichkeit. Von manchen Menschen wird die Ansicht vertreten, dass erst der Wohlstand, den wir als westliche Welt in den letzten Jahren genossen haben, uns den Luxus von strengen Umweltschutzvorschriften ermöglichte. Damit wird die Wirtschaftskrise für den Umweltschutz zur Herausforderung. Sind Arbeitsplätze wichtiger als saubere Luft? Sind Ökonomie und Ökologie einander widersprechende Konzepte? Können wir alles haben oder müssen wir uns entscheiden? Abschied vom Umweltschutz? Abschied von Wohlstand? Oder Abschied vom eindimensionalen Denken.
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Dr. Klaus Laczika, geboren 1961 in Linz. Erster Klavierunterricht bei Prof. Franz Wall. Medizinstudium an der Universität Wien. Musikstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst: Tonsatz bei Augustin Kubizek, Dirigieren bei Otmar Suitner und Ervin Acel. Wesentliche musikalische Impulse durch Sergiu Celibidache, Johanna Rendl, Peter Gabis, Remy Ballot, Bernd Gradwohl und vor allem durch Irene Gernert. Initiator und einer der beiden künstlerischen Leiter des Festivals "BrucknerTage" im Stift St. Florian. Auftritte als Mitglied der Ensembles „Donau-Salonisten" und "Quartetto Johann Strauß Vienna" in Österreich und Italien, als Klavier-Begleiter in Österreich, Spanien, Schweiz, Deutschland und Frankreich sowie in diversen kammermusikalischen Formationen "Wiener Streichersolisten", "PhiliTango" mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker. www.brucknertage.at/ www.klassikazur.eu/ www.mdw.ac.at/ipcf/printable/aktuelleprojekte/patientenkomfort/
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Ich arbeite bei Hemayat mit Opfern von jahrelanger Kriegsgefangenschaft, die sich schwer von ihren Erfahrungen trennen können. Sie schauen genau, was ich ertragen kann und wie meine Gefühle sind, um dadurch ihre eigenen zu finden. Was mir die meisten Patienten sagen, ist: "Sie haben die Augen meiner Mutter!" www.neuromed.at/hemayat/
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Rosa Gitta Martl wurde 1946 in Linz geboren. Sie ist Angehörige der Volksgruppe der Sinti. 1998 gründete sie den Verein Ketani für Sinti und Roma in Linz. Lebensbiographie im Buch „Uns hat es nicht geben sollen. Drei Generationen Sinti-Frauen erzählen". Auszug aus dem Buch: Da habe ich in Krünn eines Tages einen Brief von der Mutter aus Maxglan bekommen: „Wir kommen alle bald weg, ich weiß noch nicht wohin." Man muß sich vorstellen, ich war ja erst fünfzehn damals, das war schrecklich für mich. Wenn meine Familie schon weg hat müssen, hab’ ich wenigstens dabei sein wollen. Und wirklich ist mir (…) die Flucht gelungen. Durch das viele Reisen haben wir Sinti einen guten Orientierungssinn, und ich hätte mich sicher nach Salzburg durchgeschlagen. Nach einem Tag aber bin ich schon geschnappt worden. Sie haben mich ins Gefangenenhaus Rosenheim eingeliefert und bald darauf haben sie mich nach Salzburg verlegt. Wie ich dort ankomme, sitzt die Mutter schon in der Zelle. Sie haben sie als Geisel eingesperrt gehabt, weil ich von den Dreharbeiten davongelaufen bin. Die Riefenstahl ist mit einer hohen SS-Beamtin sogar selbst in unsere Zelle gekommen und hat mich aufgefordert, meine Flucht zu bereuen. Ich hätte mich niederknien und um Verzeihung bitten sollen. Mein Gott, ich war ja noch so dumm, ein halbes Kind, und stolz war ich natürlich auch. Ich hab’s verweigert. Nie werde ich vergessen, wie sie voller Wut gesagt hat: „Dann ab ins KZ mit ihr." Dafür hat sich meine Mutter vor der Leni Riefenstahl auf die Knie geworfen, um für mich zu bitten, aber es hat alles nichts mehr genützt. Das war unsere letzte gemeinsame Zeit, die wir da in der Zelle in Salzburg verbracht haben, die Mutter und ich, bevor sie mit meiner Großmutter und den Kindern ins KZ Auschwitz gekommen ist. Wenn ich damals ahnen hätte können, was Schreckliches mit uns geschieht, ich hätte der Riefenstahl ihre Schuhe abgebusselt, um uns zu retten. „Uns hat es nicht geben sollen. Drei Generationen Sinti-Frauen erzählen." Verlag: Edition Geschichte der Heimat. Franz Steinmaßl.
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Gründung des Labels material records. Seine Projekte, und Kompositionen verbinden diverse Einflüsse aus der klassischen und der improvisierten Musik. www.materialrecords.com
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„Abschied hat drei Töchter und zwei Söhne, die ihm nachfolgen: Sehnsucht, die Erstgeborene, und ihre Schwester Traurigkeit, wortlos und tränenreich. Und Zorn, laut gegen alles und jeden in seiner Hilflosigkeit. Und dann kommt Nimmerwieder, ein zäher, unbestechlicher Bursche. Und bleibt. Nur Erinnerung, die letzte Tochter Abschieds, bietet ihm die Stirn."
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Dr. Harald Retschitzegger ist Leiter der Palliativstation im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried im Innkreis und Lehrbeauftragter an der Medizinischen Universität Wien. Seit mehr als 10 Jahren bin ich als Arzt im Palliativbereich tätig. Wie viele Gespräche mit Patientinnen, Patienten und Angehörigen habe ich in diesen Jahren geführt? Wie viele Fragen habe ich den Menschen gestellt – um herauszufinden, wie es ihnen geht, was sie brauchen, worunter sie am meisten leiden? Wie viele Fragen haben mir PatientInnen und Angehörige gestellt? Die Fragen der PatientInnen waren es, die mir zu Beginn meiner Ausbildung die Notwendigkeit kommunikativer Fähigkeiten und deren Bedeutung aufzeigten. Die sogenannten schwierigen Fragen: „Herr Doktor, muss ich bald sterben?" „Wie lang hab` ich noch?" Vor einigen Jahren absolvierte ich ein Diplomstudium für Palliativmedizin in Cardiff, Wales. Als der Abschlussprüfung musste im Rollenspiel ein Gespräch mit einer Patientin oder einem Patienten geführt werden. Bei diesem Prüfungsgespräch hatte ich ein sehr eindrückliches Erlebnis. Ich wollte den Patienten/Schauspieler fragen, wie er seine Krankheits- bzw. Lebenssituation einschätze. Angesichts meiner eingeschränkten Englischkenntnisse verwendete ich dafür die Frage „What do you think about your future?" – ohne genau das mit meiner Frage zu meinen. Und der patientendarstellende Schauspieler begann auf diese Frage wirklich zu weinen! Im anschließenden Feedbackgespräch nach der (bestandenen) Prüfung erklärte mir „mein" Patient, dass die Frage – gestellt mit den Worten Future für ihn ganz schrecklich war! Dieses Wort Zukunft habe ihn erschüttert – angesichts seiner (fiktiv) kurzen Prognose! In dieser Situation begriff, bemerkte und spürte ich – in Erinnerung der echten Tränen des unechten Patienten – wie sehr Gespräche, Fragen, Antworten von einem einzelnen Wort abhängen können!
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Autor und mehrfach Preisgekrönter Regisseur, lebt in Wien. Filmographie: ua. „Auf der Flucht", „Mein Vater, Sie bleiben mir ein Rätsel" www.davidruehm.com
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"I was born in Morocco 43 years ago. My family moved to Paris when I was 6, and after literature and law studies, I became a lawyer. I am now a partner of a reputable French law firm in Paris, specialized in Mergers & Acquisitions. I do balance the "seriousness" of my professional activity by collecting art and books - mostly surrealist. I will become father for the first time this year, in June or July 2009. I speak French, English and Spanish."
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Ich bin 56 Jahre alt, war 30 Jahre verheiratet, lebte im südwestlichen Niederösterreich und habe vier Kinder geboren, die ich mit meinem Mann großgezogen habe. 1991 verunglückte unser Jüngster tödlich, was eine große Lernerfahrung zum Thema "Abschied" war. Sechs Jahre später verabschiedete ich mich von meiner Ehe und meiner Heimat. Ich zog nach Wien zu einer Familie mit drei Kindern, wo ich eine große Hilfe für alle war. Seit 2001 arbeite und lebe ich im SOS-Kinderdorf, bin sehr glücklich und habe hier wieder eine Heimat gefunden. Mein Zugang zum Thema "Abschied" sind meine eigenen Lebenserfahrungen, durch die ich viel gelernt habe, anderen Betroffenen beistehen und sie begleiten konnte und ihnen den Mut gab, weiter zu leben und zu wachsen. www.sos-kinderdorf.at
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Antje Schendel, Informatikerin, Ex-Model, Reinigt Tatorte, Unfall- und Leichenfundorten, arbeitet mit Gummihandschuhen, Overall und Gasmaske. www.tatortreinigung.de
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„Stufen" überschreibt Hermann Hesse ein seiner bekannten Gedichte. Dieses Gedicht über Abschied, Lebewohl und Aufbruch, Neubeginn passt sehr gut zu meiner Einstellung, mit 60 Jahren aus meinem erfüllten Berufsleben (würde meinen Beruf wieder ergreifen!!) freiwillig am Höhepunkt auszusteigen und den Aufbruch zu wagen. Wenn ich eine Aufgabe loslasse, habe ich Kopf und Herz frei, um eine neue Herausforderung anzunehmen. Wenn ich meine Blickrichtung ändere, kommt im wahrsten Sinn des Wortes anderes in den Blick – neue Möglichkeiten, andere Menschen, die die nächste Etappe = die Zeit des vor mir liegenden Pensionsabschnittes meines Lebens mit mir gehen. Lebewohl und Aufbruch also – 2 Seiten einer Medaille, die Leben heißt. Was Hesse dabei den „Ruf des Lebens" nennt, beschreibt die Bibel als Aufforderungen Gottes: „Steh auf" – „Brich auf". Und diese Aufforderungen Gottes stehen nie allein: Immer sind sie begleitet von seiner Zusage: Ich bin mit dir auf dem Weg des Aufbruches! Daher wage ich voll Vertrauen und Zuversicht das Lebewohl und den AUFBRUCH!
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Nicole Sevik wurde 1978 in Linz geboren. Nach Abschluss der Handelsakademie begann sie Jura zu studieren. 2002 ging sie nach Heidelberg, um im Landesverband deutscher Sinti und Roma zu arbeiten. Seit 2004 Leitung des Büros des Verein Ketani für Sinti und Roma. Auszug aus dem Buch: Da habe ich in Krünn eines Tages einen Brief von der Mutter aus Maxglan bekommen: „Wir kommen alle bald weg, ich weiß noch nicht wohin." Man muß sich vorstellen, ich war ja erst fünfzehn damals, das war schrecklich für mich. Wenn meine Familie schon weg hat müssen, hab’ ich wenigstens dabei sein wollen. Und wirklich ist mir (…) die Flucht gelungen. Durch das viele Reisen haben wir Sinti einen guten Orientierungssinn, und ich hätte mich sicher nach Salzburg durchgeschlagen. Nach einem Tag aber bin ich schon geschnappt worden. Sie haben mich ins Gefangenenhaus Rosenheim eingeliefert und bald darauf haben sie mich nach Salzburg verlegt. Wie ich dort ankomme, sitzt die Mutter schon in der Zelle. Sie haben sie als Geisel eingesperrt gehabt, weil ich von den Dreharbeiten davongelaufen bin. Die Riefenstahl ist mit einer hohen SS-Beamtin sogar selbst in unsere Zelle gekommen und hat mich aufgefordert, meine Flucht zu bereuen. Ich hätte mich niederknien und um Verzeihung bitten sollen. Mein Gott, ich war ja noch so dumm, ein halbes Kind, und stolz war ich natürlich auch. Ich hab’s verweigert. Nie werde ich vergessen, wie sie voller Wut gesagt hat: „Dann ab ins KZ mit ihr." Dafür hat sich meine Mutter vor der Leni Riefenstahl auf die Knie geworfen, um für mich zu bitten, aber es hat alles nichts mehr genützt. Das war unsere letzte gemeinsame Zeit, die wir da in der Zelle in Salzburg verbracht haben, die Mutter und ich, bevor sie mit meiner Großmutter und den Kindern ins KZ Auschwitz gekommen ist. Wenn ich damals ahnen hätte können, was Schreckliches mit uns geschieht, ich hätte der Riefenstahl ihre Schuhe abgebusselt, um uns zu retten. „Uns hat es nicht geben sollen. Drei Generationen Sinti-Frauen erzählen." Verlag: Edition Geschichte der Heimat. Franz Steinmaßl.
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Dipl.- Psych. Samy Teicher, Psychoanalytiker, Kinderanalytiker, Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung, Gruppenpsychoanalyse Suchttherapie, Supervision. Klinischer und Gesundheitspsychologe. Von 1986 bis 2008 Psychotherapeut im Anton-Proksch Institut, Langzeittherapiestation Mödling. Süchte werden als die gegenwärtigen Plagen der Gesellschaft bezeichnet. Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene suchen im Rausch Erlösung von der inneren und äußeren Realität, von den inneren und äußeren Konflikten. Ist der Rausch Abschied auf Zeit oder zeichnet er nur den Anfang der Sucht, den vorläufigen Endpunkt einer Flucht vor der Realität. Publikationen zu: Geschichte der Psychoanalyse, Antisemitismus, Nationalsozialismus, Folgen von KZ-Haft und Folgen und Auswirkungen für die 2te, 3te Generation, Spiegelgrund, Sucht und Adoleszenz.
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Günter Tolar, Conferencier, Schauspieler, Fernsehmoderator - aktiv in Sachen Gleichstellung Homosexueller – Studierte Germanistik und Musik. Texter im Kabarett. Inspizient an verschiedenen Theater-Häusern. Seit 1969 beim ORF Redakteur für Breitenprogramme - seit 1973 Moderator. Schriftsteller – schreibt ununterbrochen und wird nie fertig. Macht sich dauernd Gedanken und kommt auf keinen grünen Zweig.
UNWIDERRUFLICH Der Abschied ist eine Symmetrieoperation, weil er „Ebenmaß" transformiert. Und deformiert. Der Abschied, den ich meine, ist mit dem Begriff „unwiderruflich" untrennbar verbunden. Ich habe viele Abschiede erlebt. Abschied vom Rauchen, vom Blinddarm, von der Jugend, vom Beruf, die Liste wäre so lang, dass mir das Leben wie eine Aneinanderreihung von Abschieden erscheint. Abschiedsinflation gewissermaßen. Bleibt die Besinnung auf einen Abschied. Auf DEN Abschied. Ich habe im Jahr 1992 einen geliebten Menschen verloren. Rauchen habe ich ersetzt durch Mehr-Essen. Der Abschied von der Jugend hat mir die Schönheiten des Alters gebracht. Der Blinddarm fehlt mir überhaupt nicht. Den Abschied vom Beruf habe ich durch nun freiwilliges Arbeiten mehr als wettgemacht. Der geliebte Mensch von damals aber war weg. Einfach weg. Nicht mehr. Unwiderruflich. Meine Gefühle gingen plötzlich ins Leere, die Verbindungsleitungen, immer noch voll zuneigender Energie, waren gekappt. Die Tröstungen des Wiedersehens im Ewigen Leben blieben mir verwehrt, weil ich es nicht schaffe, daran zu glauben. Die Unwiderruflichkeit hat mir meine eigene Widerruflichkeit bewusst gemacht.
Publikationen: „Sein Mann", „Wer hat die Karten gemischt?", „Zur Hölle mit mir!", „Direkt vom Herzen weg", „Wo bleibt der Wurm?"
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Barbara Vögel, Produktionsassistentin beim Film und Castingdirectorin bei DOR FILM. Nach ihrem Ausstieg aus der Filmbranche Aufbruch nach Grönland als Zimmermädchen. Ab 2005 ausschließlich künstlerisches Schaffen. 2008 Ausstellung "AustriaConTemporary" im ESSL-Museum.
Leben umkreist mich – ist keine ruhige Konstante. Neugier, Wanderungen. Ich gehöre dem Leben, nicht das Leben mir. Gebe nach, folge ihm. Ins Eis und in die Wüste. Mein Leben besteht aus Lebensabschnitten. Manche schön, manche weniger schön. Ich träume von Bildern und vom Reisen. Mache Collagen und mich in die Fremde auf, sooft es geht. Starke Imaginationen. Weg von fremden Filmbildern, die nicht mehr meine waren. Arbeit an den eigenen Collagen. Neuer Lebensunterhalt. Meine Hände können viel. Jetzt die Kunst. Weggehen, ankommen, Himmel & Hölle und ein Leben vor dem Tod. Einige sehr nahe Begegnungen mit ihm gehabt, er muss noch warten. Zum 50er in den Orient. Oder zum Sonnenaufgang nach Angkor Wat. Und wieder Ausstellungen. Hoffentlich noch viele. Neugierig bleiben. Spurensuche. Mein ganzes Leben lang. Weg von der Couch, fort mit all dem Ballast ausdekorierter Gemütlichkeit, Schluss mit Konsumwahn und Gier, raus aus den Hamsterrädern, macht euch auf! www.barbara-voegel.com
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Hans G. Zeger Jahrgang 1955, Studium der Philosophie, Mathematik und Sozialwissenschaften, Lektor am Juridicum Wien, Mitglied des Datenschutzrates im Bundeskanzleramt Rastlose Informationsgesellschaft Seit Beginn zivilisatorischer Aufzeichnungen lebten die Menschen in Zyklen. Sonnen-, Mond- und Fruchtbarkeitszyklen, der Sieben-Tage-Zyklus der Schöpfungsgeschichte bestimmten scheinbar unverrückbar das Leben. Selbst die Französische Revolution musste ihre Kalenderreform aufgeben und zum "feudalen" Siebentagerhythmus zurückkehren. Zyklen bedeuten Ende und Neubeginn. Nach dem Gipfel kommen die "Mühen der Ebene", wusste schon Bertolt Brecht. Abschied und Loslassen erlauben Neuorientierung und enthalten Verzeihen und Versöhnung. Was endgültig vorbei ist, erlaubt Distanz, kann neu bewertet werden, es können Lehren gezogen werden. Die Informationsgesellschaft, genauer die 7/24/365-Gesellschaft hat sich die Abschaffung aller Lebenszyklen an ihre Fahnen geheftet. 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr sollen die Baumeister und Bauarbeiter dieser Gesellschaft verfügbar sein, immer abrufbar, allzeit bereit, immer auf höchstem Aktivitätsniveau, breakless, breathless. Eifrig bauen wir an einem neuen Universum, einem Paralleluniversum, in der bisherige soziale, gesellschaftliche, politische und naturwissenschaftliche Regeln nicht mehr gelten sollen. Timeless, orderless und faceless sollen wir heute soziale Beziehungen, unsere Arbeit und unsere Freizeit organisieren. Sintflut und Steppenbrand schaffen Platz für Neues. Dort, wo jedoch nichts aufhört, bleibt bald kein Raum mehr für Neues. Fundament der menschlichen Zivilisation sind Versuch und Irrtum. Wem eine unbedachte Äußerung oder Tat aus Schul- und Jugendjahren in Registern und Dateien endless vorgehalten werden kann, der wird den Irrtum fürchten und bald nichts mehr versuchen. Publikationen: "MENSCH. NUMMER. DATENSATZ. Unsere Lust an totaler Kontrolle", Residenzverlag 2008, "Paralleluniversum Web2.0", Kremayr & Scheriau 2009 www.zeger.at
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"Was vorbei ist, ist vorbei!" ein Stoßseufzer der uns oft Unerfreuliches rasch beiseite schieben lässt. In der Hoffnung, dass allein dadurch das Grübeln ein Ende hat und Energie für den Neustart frei wird. Das Problem dabei: das Verdrängte kommt in einer Form zurück, die wir nicht kontrollieren können - eine unerklärliche Müdigkeit, eine Ruhelosigkeit, die uns keinen erholsamen Schlaf gönnt, Schmerzen, die ohne ersichtliche Ursache unsere verbleibenden Kräfte aufzehren. Das zu- Ende- Gegangene bleibt so präsent. Die Chance liegt in der Zeit zwischen Abschied und Neustart. Natürlich ist die "Zeit dazwischen" belastend, sich vom Alten verabschieden bedeutet zwar meist Befreiung aber eben auch den brüchigen aber doch tragenden Boden unter den Füßen zu verlieren. Jetzt gilt weder das Alte noch das Neue. Ernüchterung, Identitätsverlust und Orientierungslosigkeit herrschen vor. Selbstmitleid ist da das schlimmste Gift. "Der Respekt vor der Realität" ist der erste Schritt zum Neuanfang, wir sind nicht mehr der, der wir einmal waren – punktum. Dann sollten wir einen Platz suchen wo wir alleine sind; ohne Ablenkung ohne Erinnerung. Platz schaffen für das was dann kommt: ein Traum, eine Idee, ein Wort das für uns plötzlich neue Bedeutung hat. Das Alles bewusst wahrnehmen oder sogar zu dokumentieren, lässt das Neue schließlich in uns entstehen. Erst jetzt gilt: "Was vorbei ist, ist vorbei". Zitat: Je intensiver die Zeit zwischen Abschied und Neustart desto beständiger die Veränderung. www.neustart.at
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Hr. Dr. Gabriele Zuna-Kratky geboren 1957 in Wien, Direktorin des Technischen Museums Wien, Vorstandsmitglied International Council Of Museums, Universitätsrätin der Technische Universität Wien. Studierte Biologie und an der Pädagogischen Akademie u.a. Soziologie und Erziehungswissenschaft. Weiters Biologie und Philosophie. Promotion zum Doktor der Philosophie mit Schwerpunkt Museumspädagogik, verheiratet keine Kinder.
Wie in allen Lebensbereichen gibt es auch in der Technik die "gute alte Zeit", in der es noch Telefone mit Wählscheibe, Radios mit Knöpfen und Autos, die man mit Schraubenschlüssel servisierte, gab. Doch auch in dieser Zeit erweckten Neuerungen der Technik zunächst immer wieder Angst und Ablehnung – wie z.B. bei der Erfindung der Eisenbahn, die zum Abschied von der Postkutsche führte. Die heutige Technik mit all der Elektronik bedeutet für viele Menschen den Abschied von den – noch begreifbaren und nachvollziehbaren – Artefakten, doch schon die nächste Generation wächst in eben die neuen Entwicklungen hinein und empfindet sie als positive Errungenschaft.
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